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> Tag der Nationalen Volksarmee, immer am 01.03.
T138 25419
Geschrieben am: 27.04.2019, 15:14
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QUOTE (Blanik @ 27.04.2019, 08:33)
Hallo Axel,

da hast Du also doch in einer Fliegertechnischen Kompanie abgedient?

Gruß, Thorsten

In einer Transportkompanie,der TK 34 in Krugau,die zu den rückwertigen Diensten der Luft zählte. Wir hatten auch Schulterstücken mit blauen Rändern. Nach der Wende wurde daraus die Luft Waffen Transportstaffel 52, die jetzt aber glaube ich aufgelöst ist. Bis zum Mai 2006 wurde dort noch Fahrschulausbildung für Grundwehr dienstleistende gemacht. Man sah die Fahrschul Mercedes LKW aus Krugau bis Mai 2006 sehr oft in Cottbus und Umgebung ihre Runden drehen.
In unserem Objekt befand sich noch ein Objekt was durch eine HSA separat ab geteilt war. Das war das FTL 14 ( Fliegertechnisches Lager ) Dort lagerten Ersatzteile für Jagdflugzeuge, im Prinzip auseinandergenommene MIG Flugzeuge und ich weiß nicht was da noch alles dazugehört. Jebenfalls vom Höhenmesser im Flugzeug über Flügel, Triebwerke, alles was so ein Flugzeug hat das lagerte dort in tiefen Bunkern. Das wurde aber von Zivilbeschäftigten zu den Flughäfen gefahren und diese ganze Verwaltung dort drin haben nur längerdienende Offiziere gemacht. Da waren gar keine Soldaten die einfachen Soldaten Grundwehrdienst nur als Wache.

Heute beherbergen diese alten Bunker das kartographische Lager Ost und das medizintechnische Lager Ost. Also alles was gebraucht wird Karten Material und jegliche Art von Medizin Technik von Fahrzeugen über Feldlazarett Ausrüstung und und und.

Wir waren damals im Prinzip ein Notfalltanklager auf Rädern. Unsere Fahrzeuge im 3. Zug ca. 25 Tatra waren immer voll. 11.000 l FTK in der Zugmaschine und 11.000 l FTK im Anhänger. Der Hauptdienst der gestanden wurde hieß B1 (Bereitschaft eins) das war im Prinzip keine große Sache, man brauchte nur auf den Dienstplan schauen hat man B 1 o. k. dann wusste man sobald B1 Alarm ist muss man sich anziehen und mit seinem Zeug zur Waffenkammer,Waffe empfangen B1 Munitionskiste mitnehmen antreten,und dann geht es hoch zum OVP. Das alles musste in einer gewissen Zeit passiert sein. Ansonsten könnte man bei diesem Dienst auf dem Zimmer sein oder konnte auch in Club gehen Billard spielen Fernsehen schauen wenn man natürlich raus wollte zum Waldlauf oder so musste man sich abmelden und durfte nicht soweit weg.

Dann war angedacht wenn ein Krieg ausbricht,dass man dann zu einem der vor bestimmten Flugplätze fährt abtanken. B1 Alarm hatten wir aber nur ich glaube so circa 3-4 mal die ganzen 18 Monate.

Das Kerosin, FTK war nicht ewig lange haltbar und jeden Monat wurde eine Probe gezogen. Der der das älteste Zeug im Tank hatte war dann der Erste auf der Liste der beim nächsten Transport rauskam. Natürlich waren wir nicht nur für den Kriegsfall da auch wenn bei der Reichsbahn wiedermal im Winter eine Schneeflocke in der Weiche klemmte und die Kesselwagen kamen nicht nach zu den Flughäfen dann ging der Ticker in Krugau..... TK 34 Einsatz bitte..... fünf Fahrzeuge nach Drewitz (Jänschwalde Ost), Rothenburg,Preschen,Cottbus.....damit die Reserven dort beim Flugdienst nicht so weit runtergehen. Und auch so mussten mal Transporte gefahren werden damit das Zeug in den Tankwagen eben nicht zu alt wird. Da musste ja ständig einen Umlauf sein und so musste jedes Fahrzeug wenigstens 1;2 x .??? im Jahr irgendwie rauskommen oder sogar noch öfters ich weiß es nicht. Aus unserer Sicht waren es immer zu wenig Transporter, 2000 km in den 18 Monaten war ja auch nicht viel. Aus unserer Sicht wären wir am liebsten jede Woche rausgefahren und immer unterwegs gewesen denn in den Tanklagern hatte man seine Freiheit und seine Ruhe.

Ideal wäre gewesen im Monat zwei Wochen Transport, eine Woche technischer Dienst für Reparaturen und dann noch eine Woche Dienst im Objekt für Schießen Polit Verkehrsteilnehmerschulung,Putz und Flickstunde und so'n ein Quark halt...... aber wir waren ja nicht bei "wünsch dir was"!

Außer unserem 3. Zug hatten der zweite Zug zum Beispiel noch W 50 mit Auflieger, G5, Ural Tankwagen, aber auch Tatra Tankwagen. Die hatten dann zum Beispiel Diesel Benzin oder Methanol für die Flugzeugeneisung geladen.


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Gruß Axel
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essifan
Geschrieben am: 27.04.2019, 19:14
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Mein Guter Herr Reservist,

da hast Du uns bei Deinen Ausführungen vom Standort doch glatt eine ganze Kompanie
unterschlagen. ohmy.gif
Da gab es noch eine Truppe mit einer speziellen Aufgabe. wink.gif (Nein nicht die. ph34r.gif ph34r.gif )
Die waren zwar nicht immer vor Ort gehörten aber definitiv dazu. thumbsup.gif
Ich bin gespannt .... smile.gif


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Die Menschen fürchten die Wahrheit und vergöttern Lüge...wer sie belügt wird ihr Herr, wer die Wahrheit sagt, stets ihr Opfer.
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T138 25419
Geschrieben am: 28.04.2019, 00:35
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Ja,ja.....ich weis schon.....die Wartungskompanie! Aber in der hab ich nicht gedient! Es wurde gefragt wo ich gedient hätte.

Einen Teil der Grundausbildung hatten wir gemeinsam......ich denke die ersten 4 Wochen und danach wurde die Ausbildung spezieller......dann teilten sich die Wege

- wir von der Transportkompanie hatten natürlich in erster Linie die Fahrausbildung. Aber nicht alle die Fahrausbildung hatten, hatten dann auch noch Tanktechnikausbildung, weil es gab bei uns Leute die keinen Tankwagen fuhren. Zweiter Zug hatte zum Beispiel auch W 50 mit Plane dabei. Ich hatte den letzten Stellplatz unter unserem Schleppdach und hinter der Grünanlage war dann das Schleppdach vom 2. Zug. Da hatte einer einen W 50 mit Plane und der war oft in Holzdorf mit irgendwelche Kisten......Munition oder Ersatzteile der wusste selber nicht was der manchmal von A nach B fuhr. Holzdorf da kamen wir aber mit den Tankwagen nie hin. Der I Zug zum Beispiel, die machten dann solche Sachen wie Müllentsorgung, BA-Kammer,Tankstelle,Spießschreiber,Batterieladewart,Cheffahrer u.s.w. Die von der Tankstelle hatten auf alle Fälle noch eine Tanktechnik Ausbildung auf Ural und dann natürlich speziell wie man eine Tankstelle führt was man da alles eintragen muss der ganze Bürokratiekram,füllstand in den unterirdischen Tanks messen,denn die mussten die Tankstelle im Objekt 24 Std. besetzen wenn wieder jemand von Transport kam Zivilbeschäftige oder ebend auch wir. Wir waren alle in unserem Block untergebracht und zählten allgemein zur Transportkompanie.

- dann war allgemein das FTL genannt. Die im FTL Block untergebracht waren stellten die Objektwache, Wache für Munitionsbunker und Wache für FTL. Dazu waren zwei davon noch täglich in der Küche. Jeden Tag nur Wache, Wache, Wache stehen. Das muss echt öde gewesen sein!

- Ihr von der Wartungskompanie hattet auch euren eigenen Block und nur alle drei Wochen für eine Woche da. Wenn man wieder die Ural vor der Wartung stehen sah, dann hieß es für uns ....jetzt wird der Küchendienst stressig,denn dann war für gut 500 Mann abwaschen angesagt! Genauso zu den Mahlzeiten, da standen ebend haufenweise Leute mehr an und die Pause wurde dadurch kürzer. Wie viel wart ihr eigentlich in der Wartung? So wie ich das gehört habe seid ihr von Objekt zu Objekt gefahren.....dann möglicherweise mehrere Wochen in einem Objekt je nachdem wie viel es dort zu tun gab und hab dort in der MR die Fahrzeuge gewartet. Irgendwelche Ausrüstung ausgepackt nachgeschaut,gezält,möglicherweise geölt,gefettet oder sowas,wieder Dinge wie Werkzeug in Ölpapier eingepackt… So kann ich mir das vorstellen. Ich weiß aber nicht ob das nur MR Reserven von der Luft waren oder ob ihr in alle möglichen Objekte der NVA wart. Du kannst das sicher selber am besten beschreiben was eure Aufhaben waren. Dadurch dass ihr nur alle drei Wochen da wart für eine Woche,wart ihr für uns natürlich mehr abwesend als anwesend. Manchmal waren wir ja auch noch zwischendurch irgendwo auf Transport oder im Urlaub und so sah man sich manchmal 8 Wochen oder mehr nicht.
Das war immer lustig wenn man GUvD hatte und die Wartung war da. Trillerpfeife, Gröhler Kompanieieie raustreten zum Mittagessen und macht hin,die Wartung tritt schon an! Sollst mal sehen wie schnell die alle draußen waren teilweise noch die Jacke offen alles schnell zu machen schnell hinstellen.... Stillgestanden! links um! im Gleichschritt Marsch! und die Wartung kam dann von links und jeder wollte der erste am Futternapf sein. laugh.gif laugh.gif
P.S. Die Stasi musste auch in eurem Block ein Büro gehabt haben. Näher haben wir da nie geforscht....aber wir haben von weitem gesehen wenn ein grüner Lada vor dem Block stand dann war der von der Stasi da. ph34r.gif ph34r.gif
Vorne im Block der Wartung war auch der Fernsprecher für die Soldaten. Hin und wieder ging ich auch dort mal telefonieren. Nach Hause konnte ich nicht telefonieren denn wir hatten zu Hause kein Telefon, aber zu Bekannten wo ich die Telefonnummer hatte,da ging das. Jedes Telefongespräch musste dort bei einer Telefonistin angemeldet werden. Möglicherweise wurden diese Telefongespräche auch angezapft und aufgezeichnet und der von der Stasi hat sich dann irgendwie die Bänder abgeholt oder abgehört keiner weiß es.... sad.gif blink.gif


Ich war mal für sechs Wochen mit einem aus meinem Zug und zwei Resis dazu und ein Feldwebel in der unserer MR abgestellt. Es kam eine neue Lieferung Kamas-Tankwagen aus der SU mit dem Zug im FTL an und die haben wir entladen.....und auf NVA Standard umgerüstet. GS10- Satz ran, Abschleppstange ran, Sanikasten & Feuerlöscher ran, dazu die ganzen Abziehbildchen geklebt und so weiter.Danach gewaschen und den Kfz-Park mußte auch jeder Einzelne genau kennenlernen cool.gif .....nicht nur die Waschrampe. Am Ende die Fahrzeuge in der MR aufgebockt. Mit manchen mussten wir nach Lübben fahren neue Frontscheiben beim Glaser einbauen zum Beispiel....alles sowas! Kamas war vom Motor und den Sitzen ganz gut.....aber sonst ein oller Springbock. Da hat's dich auf der Straße von Krugau nach Biebersdorf durch gestaucht.....furchtbar! Im Wolga hat man nie gemerkt,daß die Straße so uneben ist und unsere Tatra beladen und dann noch mit der Drehstabfederung vorn sind über diese Straße geglitten. Dann haben wir noch einen 815er Tatratankwagen aus der MR vorbereitet für die Übergabe in unseren 3. Zug. Am Ende dieses Einsatzes entstand das Farbbild was man in meinen Beiträgen sieht.....wo wir auf der Zysterne sitzen. Ich bin der auf dem Tankwagen hinten links. Die Zeit in der MR war eigentlich eine ruhige stressfreie Zeit. Wir haben hintereinander unsere Arbeit gemacht unser Tagespensum gehabt,aber Stress und Hektik kam da keine auf.2. Frühstück gingen wir in die Werkstatt zu den ZBs war eigentlich eine super streßfreie Zeit,weil unser Feldwebel war auch kumpelhaft und total locker. Den hatte ich noch mal bei uns im Ort nach der Wende getroffen, danach aber dann nicht mehr gesehen.


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Gruß Axel
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der Lehmann
Geschrieben am: 01.03.2021, 13:14
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Auch auf die Gefahr hin, dass jetzt gleich wieder ein riesen Bericht aus der Transportkompanie kommt! ph34r.gif

Allen NVA-Reservisten alles Gute zum 01.03., dem Tag der Nationalen Volksarmee. wink.gif laugh.gif

PS.: Ab heute bleibt die Pelzmütze befehlsmäßig im Schrank! laugh.gif tongue.gif

Angefügtes Bild
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Viele Grüße, Jürgen

Teilnahme UT 1 bis UT 6 und UT 8 bis UT 13
UT 14 in der Sächsischen Schweiz im Jahr 2021 auch abgesagt!

"Das Können ist des Dürfens Maß!" Paul Preuß
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Ironpig
Geschrieben am: 01.03.2021, 22:32
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Interessantes Thema. Am meisten haben bestimmt die "Ungedienten" gemeckert.
Fakt ist das die Fahne aus flauschigen Muttersöhnchen Kerle gemacht hat. Knopf annähen, Schuhe putzen und Ordnung halten haben viele erst dort gelernt. Die Zeit war sehr lehrreich.Es gab gute und schlechte Zeiten, aber ich hab sie mitgemacht und es hat nicht geschadet.
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der Lehmann
Geschrieben am: 02.03.2021, 06:26
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So sehe ich das auch! thumbsup.gif

Mit dem nötigen Abstand und einem Lach-Smily kann ich heute drüber schmunzeln und habe auch kein Problem mit dem 01. März. Allerdings waren für mich damals wie heute trotzdem die 18 Monate irgendwie gestohlene Lebenszeit. Aber gut, wir haben es überstanden.

Vermissen möchte ich die Zeit jedenfalls trotzdem nicht. Man musste lernen sich zu behaupten, gegenseitige Hilfe leben, konnte tolle Kameraden kennen lernen und durchaus Geselligkeit zelebrieren. Den meisten Spaß gab es, wenn wir die teilweise doofen 12-Ender und die übereifrigen Uffze so richtig verarschen konnten. laugh.gif tongue.gif


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Viele Grüße, Jürgen

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friedel_f
Geschrieben am: 02.03.2021, 17:12
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Oh Mann, immer wieder vergesse ich dieses Datum mit dem dazugehörigen Ereigniss. Und es stimmt: Man war froh wieder im Zivilleben zu sein, aber geschadet hat es nicht.
Diese Zeit bräuchte heute der Eine oder Andere.
Übrigens, das einzige Abzeichen über das ich mich wirklich gefreut habe:

Angefügtes Bild
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Gruß
der friedel

SR1 Lindgrün Baujahr 1956 (Restauriert, Patchworker )
SR1 Maron Baujahr 1956 ( Restauriert )
Yamaha XV 535 Baujahr 1990 (ein zuverlässiges Teil)

Nicht alle Chemikalien sind schlecht. Ohne Chemikalien wie Wasserstoff und Sauerstoff zum Beispiel gäbe es kein Wasser, einen der wichtigsten Grundstoffe für Bier.
Dave Barry


Wir werden nicht älter, wir werden lässiger!
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T138 25419
Geschrieben am: 31.05.2021, 23:35
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Meine Geschichten von der NVA Zeit kennt ihr ja schon relativ detailreich! Erst Ostersonntag hatte ich alte Erinnerungen aufgefrischt und war mal an zwei Standorten vorbei gekommen.....Flugplatz Rothenburg und Tanklager Hänichen.

Zum 1. März war bei uns Tag der offenen Tür. Wir konnten Angehörige mit rein nehmen und sie durch das Objekt führen. Meine Eltern mussten arbeiten und für sowas haben sie keinen Tag Urlaub geopfert.

Es war halt nicht so einfach in solch einem System sich der Sache zu entziehen, so wie heute einige glauben man hätte ja nur Nein sagen müssen! Die die mit dem Kopf durch die Wand wollten sind halt meist irgendwie angeeckt und in irgendeinem Knast gelandet… Entweder schon im Jugendwerkhof oder später irgendwo anders. Man hatte halt als DDR Bürger mehr die Mentalität,das sowieso notwendigen Übel wenn es irgend geht ein bisschen ins Positive,Erträgliche zu lenken. Ich hatte seit 18 den LKW Führerschein, fuhr gerne Auto und LKW und fahren machte mir ja sowieso Spaß… Also mache ich bei der GST den Urallehrgang mit und versuche irgendwie das zu beeinflussen. Gab keine Garantie dass es klappt aber man hat es versucht und so hat man neben dem militärischen notwendigen Tamtam ringsrum auch noch etwas Spaß gehabt… Wenn auch manchmal der Spaß recht kurz kam!

Gestohlene Lebenszeit? Ja kann man so sehen…muß man nicht! 18 Monate nur 80 DDR Mark Einkommen. Das bremst natürlich einen jungen Menschen der vorwärts kommen will recht stark aus. Schlimmer noch für die die schon jemand zu Hause hatten die auf sie wartete.
Es war eine Erfahrung und nicht die Schlechteste!
Andere Generationen mussten in den Krieg ziehen, haben das Leben verloren, vielleicht die Gesundheit. Heute ist auch nicht alles rosarot für die jungen Leute mit befristeten Arbeitsverhältnissen teilweise Niedrig Lohn Jobs und so weiter.

Obwohl ich immer wieder Objekte besuche und Erinnerungen auffrische sehne ich mich keineswegs nach irgendwelchen militärischen Diensten bei der NVA zurück! Aber 138er / 148er Tatra Tankwagen den würde ich noch mal gerne fahren und da würde ich alle Objekte noch mal mit einer Begeisterung abklappern.....das könnt ihr mir glauben! Es waren halt die Transporte an die man sich gerne erinnert und das war ja die Zeit in der wir viel außerhalb vom Objekt waren.

Natürlich gibt es ganz andere Erfahrungen. Einen Fahrgast habe ich der war an der Grenze und er erzählt nicht allzu viel davon. Aber was er erzählt ist der Horror. Das fängt schon damit an,dass er jeden Tag mit einem anderen auf Streife ging und nie wußte..... erschießt er mich hinterrücks und will nach drüben flüchten oder nicht. Sein Spruch ist immer „du kannst ja nicht in seinen Kopf rein schauen!“ Jeder hatte immer eine scharfe Waffe dabei! In seiner Kompanie war ein Grenzdurchbruch und ein Kamerad wurde dabei erschossen in seiner Dienstzeit. Man kann sich vorstellen wie geil man es findet dann auf Streife gehen zu müssen!.... und wie man die Tage und Stunden zählt bis das endlich vorbei ist!
Wenn er dann auf Urlaub gefahren ist wurde er auch noch auf dem Leipziger Hauptbahnhof angepöbelt als Grenzer! Das kommt dann noch als Sahnehäubchen obendrauf! Dass sich daran niemand zurück erinnern will und das lieber streichen will aus seinem Leben ist natürlich 100-prozentig klar. Es sieht halt überall etwas anders aus!


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Gruß Axel
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Geschrieben am: 31.05.2021, 23:56
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Nun ist es doch wieder etwas mehr geworden als drei Zeilen… Da steckt wohl noch irgendwo ein Bücherschreiber in mir?


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Gruß Axel
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